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Eingewöhnungphase

Wirst du mich in dieser Fremde allein lassen?
Wirst du meine Angst verstehen, weil alles für mich fremd ist?
Wirst du so lange bei mir bleiben, bis ich hier vertraut bin?
Wirst du auch meine Neugier verstehen und mich ausprobieren lassen?
Bist du einverstanden, dass ich gerne hier bin, wenn ich mich nicht mehr so fremd fühle?
Magst du meine Erzieherin?

Die Eingewöhnung neuer Kinder in unsere Kindertagesstätte gestalten wir nach dem Modell des Berliner Forschungsinstitutes INFANS. Dieses Modell erschien uns von Anfang an als eine der besten Möglichkeiten, Kinder in eine Kindertagesstätte einzugewöhnen.
Diese Art der Eingewöhnung praktizieren wir bei Kindern von 0,4 – 3 Jahre. Ähnlich verfahren wir auch bei den 3 jährigen, wobei wir hier eine dreimonatige 1x wöchentliche Eingewöhnung, genannt „Wölkchentage“, eingerichtet haben. Näheres zu den Wölkchentagen in der Gesamtkonzeption. Je nach Bedarf und Verfassung der Kinder und der Eltern reagieren wir sehr individuell und können die Zeit der Eingewöhnung verkürzen oder verlängern.
Die Autoren H.-J. Laewen, B. Andres und É. Hédervári haben in der Broschüre „Ohne Eltern geht es nicht – die Eingewöhnung von Kindern in Krippen“ Tipps und Ratschläge für Eltern verfasst, die den optimalen Ablauf von Eingewöhnung von Kindern in eine Kindertagesstätte beschreiben. Auszüge daraus finden Sie hier.

Grundphase der Eingewöhnung

Ein Elternteil begleitet das Kind drei Tage in der Einrichtung und hält sich dort mit dem Kind für ca. 1 bis 2 Stunden im Gruppenraum auf.
Das Elternteil verhält sich eher passiv im Raum, das Kind entscheidet allein, ob es sich von Mutter oder Vater entfernen und die Umgebung erkunden will, wenn es dazu bereit ist. Es sollte nicht dazu gedrängt, aber auch nicht daran gehindert werden.

Die ersten Trennungsversuche / Absprache über die Dauer der Eingewöhnung

Am vierten Tag unternimmt der begleitende Elternteil einen ersten Trennungsversuch. Nach kurzem gemeinsamem Aufenthalt im Zimmer verabschiedet sich das Elternteil vom Kind und verlässt den Raum, auch wenn das Kind beginnt zu weinen. Wenn sich das Kind nach etwa drei bis fünf Minuten von dem Erzieher beruhigen lässt, kann die Trennungsperiode auf etwa 30 Minuten ausgedehnt werden. Sollte sich das Kind nicht beruhigen lassen, so kehrt das Elternteil nach höchstens fünf Minuten wieder in den Gruppenraum zurück.
Je nach Verhalten des Kindes bei der Rückkehr von Mutter oder Vater entscheiden die Erzieher und die Eltern gemeinsam über die Dauer der Eingewöhnungszeit.
Diese Entscheidung ist wichtig, denn manchen Kindern kann eine zu lange Eingewöhnungsphase eher schaden als nützen. Aber dies ist immer sehr individuell zu entscheiden.

Die Stabilisierungsphase

Sie beginnt mit dem vierten Tag, zunächst im Beisein des Elternteils. Der Erzieher übernimmt zunächst im Beisein der Eltern verschiedene Dinge bei der Versorgung der Kinder, z.B. füttern, wickeln und bietet sich immer mehr als Spielpartner an.
Die Eltern überlassen die Versorgung ihrer Kinder den Erziehern und greifen nur ein, wenn das Kind den Erzieher noch nicht als Bezugsperson akzeptiert.
Gemeinsam mit dem Erzieher entwickeln die Eltern ein kurzes Abschiedsritual, das von nun an eingehalten werden soll, damit dem Kind die Trennung erleichtert werden kann.
Die begleitenden Eltern halten sich für den Notfall jedoch immer in der Nähe auf.


Die Schlussphase

Die Eltern halten sich nicht mehr gemeinsam mit dem Kind in der Einrichtung auf.
Die Eingewöhnung kann dann als abgeschlossen betrachtet werden, wenn die Kinder die Erzieher als „sichere Basis“ akzeptieren und sie sich von ihnen trösten lassen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Kinder bei der Trennung von ihren Eltern protestieren und weinen. Es zeigt dabei „Bindungsverhalten“. Entscheidend ist, ob es sich von der Erzieherin schnell beruhigen lässt, wenn die Eltern gegangen sind und sich danach interessiert und in guter Stimmung den angebotenen Aktivitäten zuwendet.